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Europa investiert gewaltige Summen in seine Verteidigungsindustrie. Mit ReArm Europe will die EU bis 2030 mehr als 840 Milliarden Euro an zusätzlicher Verteidigungsfinanzierung mobilisieren. Gleichzeitig entstehen neue Munitionskapazitäten, Produktionslinien werden erweitert und Armeen füllen ihre Bestände wieder auf.  

Doch eine neue Fabrik allein produziert noch keine Munition. 

Dafür braucht Europa verlässliche Lieferketten für kritische Rohstoffe – und genau hier liegt eine der größten Schwachstellen. NATO stuft zwölf Rohstoffe als verteidigungskritisch ein. China dominiert laut DIIS bei zehn dieser zwölf Rohstoffe die Förderung und/oder Verarbeitung.  

Antimon gehört zu den Metallen, die damit stärker in den strategischen Fokus rücken. 

Europas Aufrüstung trifft auf ein Rohstoffproblem 

Antimon wird unter anderem in Munition, Speziallegierungen, Flammschutzmitteln sowie in bestimmten elektronischen und sensorischen Anwendungen eingesetzt. Der Markt ist klein, aber strategisch relevant. 

Das eigentliche Problem ist die Konzentration der Lieferketten. China besitzt eine dominante Stellung bei Förderung und Verarbeitung und hat in den vergangenen Jahren Exportkontrollen für verschiedene kritische Rohstoffe verschärft. 

DIIS warnt deshalb ausdrücklich davor, dass künftige Engpässe bei kritischen Mineralien und Verteidigungsmaterialien Europas Aufrüstung ausbremsen könnten. Der Aufbau neuer Produktionskapazitäten sei nur der erste Schritt – mindestens ebenso wichtig sei die Versorgung dieser Fabriken mit den benötigten Materialien.  

Ein Beispiel liefert Dänemark. Dort soll eine lange stillgelegte Munitionsfabrik wieder 5,56- und 7,62-Millimeter-Munition, 120-Millimeter-Mörsergranaten und 155-Millimeter-Artilleriegeschosse produzieren. Nach jahrelangen Verzögerungen wird der Produktionsstart nun erst für Mitte 2027 erwartet.  

Die Lehre daraus ist einfach: Europa kann neue Munitionsfabriken bauen. Neue Minen lassen sich jedoch nicht per Haushaltsbeschluss schaffen. 

Die USA behandeln Antimon bereits als Sicherheitsfrage 

Washington reagiert auf diese Abhängigkeiten bereits deutlich aggressiver. 

Perpetua Resources (ISIN: CA7142661031) entwickelt mit Stibnite in Idaho ein Goldprojekt, das zugleich zu einer strategisch wichtigen heimischen Antimonquelle werden könnte. US-Regierungsstellen unterstützen den Aufbau einer eigenen Antimon-Lieferkette bereits finanziell. 

Damit wird sichtbar, wie sich die Wahrnehmung des Metalls verändert hat. Antimon ist nicht mehr nur ein Spezialrohstoff für industrielle Nischen, sondern zunehmend Teil der Rohstoff- und Sicherheitspolitik. 

Europa steht vor derselben Frage: Wo können zusätzliche Quellen entstehen, die näher an der eigenen Industrie liegen? 

Der Balkan als mögliche Rohstoffregion 

Eine Region, die dabei stärker in den Blick geraten könnte, ist der Balkan. 

Bosnien und Herzegowina verfügt über eine lange Bergbaugeschichte und liegt in einer metallreichen Zone Südosteuropas. Genau dort exploriert Yugo Metals Ltd. (ISIN: AU0000404998). 

Besonders interessant ist das Sinjakovo-Projekt. Yugo untersucht dort ein polymetallisches System mit Gold, Silber, Kupfer und Antimon. 

Gesteinsproben lieferten nach Unternehmensangaben Spitzenwerte von bis zu 8 g/t Gold, 16 Prozent Kupfer, 2 kg/t Silber und 4,5 Prozent Antimon. Auch Bohrungen bestätigten Antimon innerhalb des Systems. Am Erak-Prospekt meldete Yugo unter anderem vier Meter mit 0,5 g/t Gold, 40 g/t Silber, 0,6 Prozent Kupfer und 0,25 Prozent Antimon. 

Das ist interessant, aber noch kein Nachweis einer wirtschaftlichen Antimonlagerstätte. 

Gold liefert zusätzliche Hinweise auf das System 

Die bislang stärksten jüngeren Bohrergebnisse bei Erak betreffen Gold. Yugo meldete 36,1 Meter mit 2,3 g/t Gold, darunter drei Meter mit 14,5 g/t sowie einen Meter mit 42,5 g/t Gold. Ein weiterer Abschnitt ergab 10,4 Meter mit 2,6 g/t Gold. 

Diese Ergebnisse sprechen dafür, dass das Projekt geologisch mehr als nur einzelne Oberflächenanomalien aufweist. Entscheidend bleibt aber, wie sich Antimon innerhalb des Systems verteilt. 

Yugo verfügt bislang über keine definierte Antimonressource. Weitere Bohrungen müssen erst zeigen, ob zusammenhängende und potenziell wirtschaftlich relevante Antimonmineralisierung vorhanden ist. 

Fazit 

Europas Verteidigungsboom erhöht den Bedarf an robusten Rohstofflieferketten. Mehr als 840 Milliarden Euro an zusätzlicher Verteidigungsfinanzierung können neue Fabriken, Produktionslinien und Aufträge ermöglichen – sie schaffen aber nicht automatisch neue Rohstoffquellen.  

Antimon steht exemplarisch für dieses Problem. Das Metall ist strategisch relevant, die Lieferketten sind stark konzentriert und neue Minen benötigen Jahre für Exploration, Ressourcendefinition, Genehmigung, Finanzierung und Bau. 

Yugo Metals passt thematisch in diese Entwicklung, ohne dass daraus bereits eine kommerzielle Verbindung zur europäischen Verteidigungsindustrie entsteht. Sinjakovo befindet sich noch in einer frühen Explorationsphase, und eine Antimonressource wurde bislang nicht definiert. 

Für Anleger werden deshalb vor allem die nächsten Bohrungen wichtig. Sie müssen zeigen, ob Antimon bei Sinjakovo lediglich ein Begleitmetall bleibt – oder ob sich daraus neben Gold eine zweite strategische Rohstoffgeschichte entwickeln kann. 

Europas Aufrüstung kann schnell Geld mobilisieren. Neue Antimonquellen entstehen dagegen nur langsam. 


Quellen

https://www.canadianminingreport.com/blog/war-metals-are-no-longer-a-niche-why-tungsten-antimony-and-defence-minerals-matter-now

https://goldinvest.de/en/antimony-as-strategic-metal-this-european-explorer-is-on-the-verge-of-its-next-step

https://www.yugometals.com

https://www.diis.dk/en/research/military-minerals-europes-new-defense-industrial-capacities-demand-reliable-supply-chains

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Yugo Metals Ltd
Land: Australien
ISIN: AU0000404998
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