„Es ist an der Zeit, bei Lithium wieder konstruktiver zu werden.“ Mit dieser These eröffnet ein kürzlich veröffentlichter Investmentbericht über Surge Battery Metals eine Diskussion, die viele Anleger nach dem massiven Lithium-Crash bereits abgehakt hatten.
Die Ausgangslage hat sich verändert. Nach Jahren fallender Preise könnte sich das Verhältnis zwischen Nachfrage, verfügbarem Kapital und neuem westlichem Angebot wieder verschieben. Besonders interessant wird diese Entwicklung dort, wo bereits große Ressourcen definiert wurden – und kleinere Explorer unmittelbar daneben aktiv sind.
Ein Beispiel dafür findet sich in Nevada. Dort verfügt Surge Battery Metals (ISIN: CA86882X1096) mit Nevada North inzwischen über eine gemessene und angezeigte Ressource von rund 10,51 Mio. Tonnen Lithiumkarbonatäquivalent (LCE). Direkt angrenzend kontrolliert Sienna Resources zwei eigene Lithiumprojekte.
Doch reicht die Nachbarschaft zu einem solchen Projekt aus, um für Anleger interessant zu werden?
Nach dem 90-Prozent-Crash: Dreht der Lithiumzyklus erneut?
Kaum ein Rohstoff hat Anlegern zuletzt deutlicher vor Augen geführt, wie brutal Rohstoffzyklen verlaufen können. Der Bericht verweist auf einen Einbruch der Lithiumkarbonatpreise um rund 90 Prozent nach dem vorherigen Boom. Auch der große Produzent Albemarle verlor von seinem Hoch 2022 bis zu seinem Tief 2025 rund 83 Prozent.
Nun argumentiert der Autor, dass eine konstruktivere Phase beginnen könnte. Neben stärkerem Nachfragewachstum spielt dabei vor allem die Angebotsseite eine Rolle.
Denn neue westliche Lithiumprojekte benötigen erhebliche Investitionen, lange Entwicklungszeiten sowie technische und regulatorische Genehmigungen. Selbst steigende Preise schaffen deshalb nicht kurzfristig neue Produktionskapazitäten.
Genau darin liegt die möglicherweise wichtigere Lithiumthese: Nicht allein steigende Nachfrage zählt, sondern die Frage, wie schnell ausreichend neue, finanzierbare westliche Projekte entwickelt werden können.
10,51 Mio. Tonnen LCE: Nevada North setzt den Maßstab
Nevada North zeigt, welche Größenordnung ein erfolgreich exploriertes Projekt in diesem Umfeld erreichen kann.
Die aktualisierte Ressourcenschätzung von Surge weist innerhalb einer optimierten Tagebaugrube rund 10,51 Mio. Tonnen LCE in den Kategorien Measured & Indicated bei einem Gehalt von 3.007 ppm Lithium aus. Unabhängige qualifizierte Sachverständige von RESPEC erstellten die aktualisierte Mineralressourcenschätzung und prüften die zugrunde liegende Datenbank.
Auch die vorläufigen Wirtschaftlichkeitskennzahlen sind erheblich. Die PEA kommt bei einem angenommenen LCE-Preis von 24.000 US-Dollar je Tonne auf einen NPV8 nach Steuern von 9,17 Mrd. US-Dollar und eine interne Rendite nach Steuern von 22,8 Prozent. Die Betriebskosten werden mit 5.243 US-Dollar je Tonne LCE angegeben.
Diese Zahlen dürfen allerdings nicht mit einer fertigen Mine verwechselt werden. Die PEA ist vorläufig und berücksichtigt auch abgeleitete Ressourcen, die geologisch noch als zu spekulativ gelten, um als Mineralreserven eingestuft zu werden.
Evolution Mining steigt ein – jetzt beginnt die schwierigere Phase
Ein weiterer Validierungspunkt ist Evolution Mining (ISIN: AU000000EVN4). Das Unternehmen hat seinen vereinbarten Finanzierungsbeitrag vollständig geleistet und hält inzwischen 32,5 Prozent an Nevada North Lithium LLC. Surge kontrolliert die verbleibenden 67,5 Prozent.
Damit verschiebt sich der Schwerpunkt.
Das Bohrprogramm 2026 soll zusätzliche Daten für Minenplanung sowie hydrogeologische, geotechnische und metallurgische Untersuchungen liefern. Laut Surge ist die Vormachbarkeitsstudie weiterhin für das vierte Quartal 2026 vorgesehen.
Die entscheidende Frage lautet damit zunehmend nicht mehr, ob Nevada North eine große Lithiumressource besitzt. Surge muss nun zeigen, ob sich diese Ressource technisch, finanziell und wirtschaftlich in einen tragfähigen Minenbetrieb überführen lässt.
Und direkt daneben liegen zwei Projekte von Sienna Resources
Genau hier kommt Sienna Resources (ISIN: AU0000404998) ins Spiel.
Sienna kontrolliert zwei Lithiumprojekte unmittelbar neben Nevada North. Das Elko Lithium Project umfasst rund 1.840 zusammenhängende Acres, das Cave Creek Lithium Project weitere 1.230 Acres.
Für Anleger ist die Unterscheidung entscheidend: Die 10,51 Mio. Tonnen LCE gehören zu Surge. Die dort festgestellten Gehalte und wirtschaftlichen Kennzahlen können nicht auf die Grundstücke von Sienna übertragen werden.
Sienna hat auf seinen benachbarten Projekten bislang keine vergleichbare Lithiumressource definiert.
Gerade daraus entsteht jedoch der interessante Kontrast: Auf der einen Seite steht ein zunehmend fortgeschrittenes Projekt mit definierter Ressource, PEA und einem etablierten Joint-Venture-Partner. Auf der anderen Seite befinden sich noch frühe Explorationsflächen unmittelbar daneben.
Bei Sienna muss jetzt der Bohrer entscheiden
Für Sienna reicht die Lage allein deshalb nicht aus. Das Unternehmen muss geologisch belegen, was auf seinen eigenen Flächen vorhanden ist.
Laut Unternehmenspräsentation vom Mai ist Sienna für mehrere geplante Bohrprogramme finanziert und arbeitet an Programmen für seine Lithium- und Goldprojekte in Nevada.
Die nächsten Explorationsschritte könnten deshalb entscheidend werden. Bohrungen und Analyseergebnisse müssen zunächst zeigen, ob auf den Projekten eine relevante Lithiummineralisierung vorhanden ist. Danach wären weitere technische Arbeiten erforderlich, um Größe, Gehalt und potenzielle wirtschaftliche Bedeutung beurteilen zu können.
Damit unterscheiden sich auch die Risikoprofile deutlich. Surge ist eine fortgeschrittenere Entwicklungsgeschichte. Sienna bietet dagegen ein Engagement in einer wesentlich früheren Phase – mit entsprechend höherem Explorationsrisiko.
Fazit
Der mögliche Beginn eines neuen Lithiumzyklus macht Nevada wieder interessanter – vor allem, weil die entscheidende Frage nicht nur lautet, wie stark die Nachfrage wächst, sondern wie viele neue westliche Projekte tatsächlich bis zur Produktion gebracht werden können. Nevada North liefert dafür einen konkreten Maßstab: 10,51 Mio. Tonnen LCE in den Kategorien Measured & Indicated, ein NPV8 nach Steuern von 9,17 Mrd. US-Dollar aus der vorläufigen PEA und Evolution Mining als 32,5-prozentiger Anteilseigner der Projektgesellschaft.
Sienna befindet sich dagegen noch am Anfang. Die unmittelbare Nachbarschaft seiner beiden Lithiumprojekte zu Nevada North schafft thematische Relevanz, aber noch keinen Nachweis einer wirtschaftlichen Lagerstätte.
Entscheidend werden deshalb die geplanten Explorationsarbeiten, Bohrungen und Analyseergebnisse. Erst sie können zeigen, ob Sienna mehr besitzt als eine interessante Adresse auf der Landkarte. Sollte Lithium tatsächlich vor einem neuen Zyklus stehen, könnten solche frühen Projekte stärker in den Fokus rücken – bei Sienna muss jedoch zuerst der Bohrer die These bestätigen.
Quellen
https://www.siennaresourcesinc.com/
https://surgebatterymetals.com/investors/presentation
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Sienna Resources Inc
Land: kanadisch
ISIN: AU0000404998
https://www.siennaresourcesinc.com/
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