FACC COMPANY

Industrieunternehmen benötigen große Mengen an Strom und Wärme. Gleichzeitig entsteht bei vielen Produktionsprozessen Energie, die nicht vollständig genutzt wird. Genau dort setzt ein Modell an, das mehrere Unternehmen bereits verfolgen: Energie wird nicht mehr ausschließlich für einen einzelnen Standort gedacht. Abwärme, Geothermie oder gemeinsam genutzte Versorgungssysteme verbinden Werke mit benachbarten Unternehmen oder kommunalen Netzen. 

Bei der FACC AG (ISIN: AT00000FACC2) stammen derzeit 75 % der marktbezogenen Scope-1- und Scope-2-Emissionen der österreichischen Standorte aus Erdgas und erdgasbasierter Wärme. Gemeinsam mit regionalen Partnern untersucht das Unternehmen deshalb, wie sich die Energieversorgung rund um Reichersberg neu organisieren lässt. 

BASF macht aus Abwärme wieder Prozessenergie 

Die BASF SE (ISIN: DE000BASF111) errichtet in Ludwigshafen eine industrielle Großwärmepumpe mit knapp 50 Megawatt thermischer Leistung. Als Wärmequelle dient Energie, die bei der Kühlung von Prozessgasen in einem Steamcracker anfällt. Mithilfe erneuerbaren Stroms soll daraus Dampf für die chemische Produktion entstehen. 

BASF beziffert die mögliche Dampfproduktion auf bis zu 500.000 Tonnen jährlich. Bei der hauptsächlich versorgten Ameisensäureproduktion könnten die Treibhausgasemissionen nach Unternehmensangaben um bis zu 98 % sinken. Für den Gesamtstandort nennt BASF ein Einsparpotenzial von bis zu 100.000 Tonnen CO₂ pro Jahr. 

Der entscheidende Punkt liegt im Kreislauf: Energie, die bei einem Produktionsprozess entsteht, wird an anderer Stelle erneut genutzt. 

Aurubis liefert Wärme für bis zu 20.000 Wohnungen 

Die Aurubis AG (ISIN: DE0006766504) verbindet Industrie und kommunale Energieversorgung noch unmittelbarer. Bei der Kupferproduktion am Hamburger Standort entsteht Prozesswärme. Ein Teil davon fließt in das Fernwärmenetz der Stadt. 

Seit der Erweiterung des Systems reicht die zusätzlich ausgekoppelte Wärmemenge nach Angaben von Aurubis für bis zu 20.000 Haushalte. Gleichzeitig sollen dadurch jährlich bis zu 100.000 Tonnen CO₂ vermieden werden. 

Damit erhält ein Nebenprodukt der Kupferproduktion einen zusätzlichen Nutzen. Die Wärme bleibt nicht auf das Werksgelände beschränkt, sondern wird Teil der regionalen Energieversorgung. 

FACC untersucht vier Varianten für Reichersberg 

FACC befindet sich mit seinem Projekt noch in einer früheren Phase. Gemeinsam mit WIPA Reichersberg und Geothermie St. Martin hat das Unternehmen vier unterschiedliche Szenarien für die zukünftige Energieversorgung untersucht. Sie reichen von der Fortführung des bestehenden Systems bis zu einer sogenannten Industrie-Stadt-Symbiose. 

Zu den betrachteten Technologien gehören Geothermie, Wärmepumpen, Photovoltaik und die Einbindung vorhandener Abwärme. Eine Grundlage besteht bereits: Die Geothermieanlage St. Martin versorgt Teile der umliegenden Gemeinden sowie die benachbarte FACC Operations GmbH mit Fernwärme. 

Der Geschäftsbericht macht gleichzeitig deutlich, dass Investitions- und Betriebskosten der einzelnen Varianten noch bewertet werden. Eine Entscheidung für das umfassendste Modell ist daher bislang nicht gefallen. 

Wenn der Werkzaun seine Bedeutung verliert 

BASF nutzt Energie erneut innerhalb eines großen Produktionsverbunds. Aurubis verbindet industrielle Abwärme mit dem Hamburger Fernwärmenetz. FACC untersucht, wie Unternehmen, Geothermie und regionale Verbraucher enger zusammenspielen könnten. 

Die drei Beispiele zeigen verschiedene Entwicklungsstufen desselben Ansatzes. Energieversorgung wird nicht mehr ausschließlich aus Sicht eines einzelnen Unternehmens geplant. Entscheidend wird auch, welche Energie bereits in unmittelbarer Umgebung vorhanden ist und wo sie sinnvoll weitergenutzt werden kann. Aus räumlicher Nähe kann dadurch ein konkreter Vorteil für die Energieversorgung eines ganzen Industriestandorts entstehen.        

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Lassen Sie sich in den Verteiler für FACC oder Nebenwerte eintragen. Einfach eine E-Mail an Eva Reuter: e-reuter@dr-reuter.eu mit dem Hinweis: „Verteiler FACC“ und/oder „Nebenwerte“. 

Quellen

FACC Geschäftsbericht 2025
https://www.facc.com/de/wp-content/uploads/sites/3/2026/05/facc-jahresfinanzbericht-2025.pdf

BASF – industrielle Großwärmepumpe in Ludwigshafen
https://www.basf.com/global/en/media/news-releases/2025/09/p-25-192

BASF – Projektbeschreibung Großwärmepumpe
https://www.basf.com/global/en/media/news-releases/2024/10/p-24-300

Aurubis – Nutzung industrieller Abwärme in Hamburg
https://www.aurubis.com/en/media/press-releases/press-releases-2025/symbolic-start-of-industrial-heat-feed-in-to-hamburg-city-network

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