FACC COMPANY

Infineon eröffnete im Juli 2026 eine neue Fabrik für 5 Mrd. Euro in Dresden. Siemens investiert 300 Mio. Euro in Frankfurt und im nur sechs Kilometer entfernten Offenbach. FACC steckt wiederum 120 Mio. Euro in ein neues Werk in St. Martin im Innkreis. 

Die Produkte könnten unterschiedlicher kaum sein. Bei der Standortwahl fällt dennoch eine Gemeinsamkeit auf: Alle drei Unternehmen bauen dort aus, wo bereits Produktion, Fachwissen und Infrastruktur vorhanden sind. Neue Kapazität entsteht damit nicht zwangsläufig auf einer leeren Landkarte. Häufig wächst ein etablierter Industriestandort einfach weiter. 

Infineon setzt 5 Mrd. Euro neben vorhandenes Chip-Know-how 

Die Infineon Technologies AG (ISIN: DE0006231004) eröffnete ihre Smart Power Fab in Dresden mehrere Monate früher als geplant. Mit 5 Mrd. Euro handelt es sich um die größte Einzelinvestition der Unternehmensgeschichte. Rund 1.000 direkte Arbeitsplätze entstehen, gleichzeitig verdoppelt Infineon seine Fertigungskapazität am Standort. 

Dresden beginnt bei diesem Projekt jedoch nicht bei null. Infineon produziert dort seit Jahrzehnten, und rund um die Stadt hat sich mit „Silicon Saxony“ ein Mikroelektronik-Cluster entwickelt, in dem nach Unternehmensangaben inzwischen mehr als 80.000 Menschen arbeiten. 

Die neue Fabrik nutzt damit ein vorhandenes Ökosystem aus Beschäftigten, Zulieferern und technischem Wissen. Das erklärt nicht allein die Investitionsentscheidung, zeigt aber, weshalb bestehende Industrieregionen bei Erweiterungen einen Ausgangsvorteil besitzen können. 

Siemens erweitert ein Werk mit mehr als 40 Jahren Geschichte 

Auch die Siemens AG (ISIN: DE0007236101) baut nicht irgendwo neu. Der Konzern produziert in Frankfurt seit mehr als 40 Jahren elektrische Schaltanlagen. Nun investiert Siemens 300 Mio. Euro in die Erweiterung der beiden Frankfurter Werke und einen zusätzlichen Standort im benachbarten Offenbach. Bis 2030 sollen bis zu 700 neue Arbeitsplätze entstehen. 

Die räumliche Aufteilung ist dabei interessant. Vorfertigung soll schrittweise nach Offenbach verlagert werden. Dadurch entsteht am bisherigen Standort zusätzlicher Platz für die eigentliche Schaltanlagenproduktion. Der neue Standort liegt lediglich sechs Kilometer entfernt. 

Siemens erweitert damit nicht nur die Fläche. Der Konzern organisiert unterschiedliche Produktionsschritte innerhalb eines bestehenden regionalen Verbunds neu. Als Begründung für die weitere Investition in Frankfurt verweist Vorstandschef Roland Busch ausdrücklich auf Technologie, vorhandenes Know-how und die Erfahrung der Beschäftigten. 

FACC nennt vier konkrete Gründe für Oberösterreich 

Die FACC AG (ISIN: AT00000FACC2) folgt mit ihrem 120-Mio.-Euro-Projekt einer vergleichbaren Logik. Das neue Hightech-Werk in St. Martin soll die dortige Fertigungskapazität für Strukturbauteile verdoppeln und bis zu 300 zusätzliche Arbeitsplätze schaffen. Auf 40.000 Quadratmetern entsteht neben der Produktion auch ein eigener Forschungsbereich. 

Besonders aufschlussreich ist, wie FACC die Entscheidung für Österreich selbst erklärt. In der Jahrespräsentation nennt das Unternehmen die bereits vorhandene qualifizierte Belegschaft, die Nutzung bestehender Anlagen und Strukturen, Forschung und Entwicklung vor Ort, Labor- und Testkapazitäten sowie Netzwerke mit Bildungs- und Forschungseinrichtungen. Automation und KI sollen nach Unternehmensangaben zudem Standortnachteile kompensieren. 

Die aktuellsten Halbjahreszahlen zeigen, dass das Projekt inzwischen beschlossen ist. Parallel investierte FACC im ersten Halbjahr 2026 weitere 6 Mio. Euro in Automatisierungs- und Digitalisierungstechnologien. 

Industrie zieht weitere Industrie an 

Die drei Investitionen zeigen einen Mechanismus, der bei Standortdebatten leicht übersehen wird. Eine Fabrik besteht nicht nur aus Grundstück, Halle und Maschinen. Beschäftigte kennen Prozesse, Labore liefern Prüfkapazitäten, Zulieferer sind eingespielt und Forschungseinrichtungen schaffen zusätzliches Wissen. 

Infineon nutzt in Dresden einen jahrzehntelang gewachsenen Halbleitercluster. Siemens verteilt neue Produktionsschritte rund um seine bestehenden Frankfurter Werke. FACC nennt vorhandene Mitarbeiter, Infrastruktur und Forschungskapazitäten ausdrücklich als Gründe für den Ausbau in Oberösterreich. 

Damit wird verständlich, warum große Industrieinvestitionen nicht zwangsläufig dort landen, wo auf dem Papier der billigste Quadratmeter wartet. Ein bestehender Standort besitzt etwas, das sich nicht über Nacht errichten lässt: bereits funktionierende industrielle Strukturen.           

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Lassen Sie sich in den Verteiler für FACC oder Nebenwerte eintragen. Einfach eine E-Mail an Eva Reuter: e-reuter@dr-reuter.eu mit dem Hinweis: „Verteiler FACC“ und/oder „Nebenwerte“. 

Quellen

Infineon – Smart Power Fab Dresden 
https://www.infineon.com/de/press-release/2026/ifxpr202607-117

Siemens – 300-Mio.-Euro-Investition Frankfurt/Offenbach 
https://press.siemens.com/global/de/pressemitteilung/siemens-investiert-300-millionen-euro-deutschland-und-schafft-700-arbeitsplaetze

FACC – neues Hightech-Werk in Oberösterreich 
https://www.facc.com/en/news/facc-sets-up-new-high-tech-plant-in-upper-austria

FACC – Halbjahreszahlen 2026 
https://press.facc.com/news-facc-setzt-wachstumskurs-fort-umsatz-und-ergebnis-legen-deutlich-zu-eur-120-millionen-investitionen-fuer-weiteres-wachstum?id=246553&l=deutsch&menueid=14307

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